ATHLETEN INFOS - Athletenberichte - Sebastian Sting

Erfahrungsbericht von Sebastian Sting

Ironman 70.3 Wiesbaden


Vorbericht:
Es ist der 15. August 2009. Es war genau 13.30 Uhr als ich am Schiersteiner Hafen ankam. Da bog Christoph auch schon um die Ecke um mich zum Rad CheckIn ab zu holen. Zusammen fuhren wir in Richtung Wechselzone, wo auch schon Hubert und Rita warteten. Nachdem die Formalitäten erledigt waren, ging es in die Wechselzone. Ich durfte direkt in die 2. Reihe da ich aufgrund der guten Schwimmzeit im letzten Jahr mit den Profis starten durfte:) Nach der Radabgabe ging es noch zur Wettkampfbesprechung und anschleißend noch auf die Expo, wo ich mir (wie vor jedem Wettkampf:)) eine neue blueseventy Schwimmbrille gekauft habe. Am Abend haben wir uns dann noch mit allen beim Italiener getroffen. Hubert hat mir freundlicher Weise sein Fully zur Verfügung gestellt, um die 1,5 km bis zum Restaurant zu bewältigen. Als wir dort ankamen war ich schon fix und fertig:) Was das wohl morgen geben sollte. Dann noch die flotte Radeinheit mit Mike von Freitag in den Beinen. Na wird schon werden ! Die große Pizza Hawaii hab ich mir aber auf jeden Fall verdient grinz. Als wir dann am Abend bei Rita und Hubert zu Hause ankamen, war ich schon todmüde. Schnell noch Zähne putzen und neue Schwimmbrille mit Priel präparieren. Dann ging es endlich in meine schöne Leoparden Bettwäsche:) Nach einer kurzen Nacht mit viel geträumten Unsinn klingelte der Wecker pünktlich um 4.40 Uhr.
Nach dem morgendlichen Toilettengang versuchte ich mir neben dem duschen auch noch mir einem Einwegrasierer die Beine zu rasieren. Das klappte auch mehr oder weniger gut.........okok ich bin froh das ich es überlebt habe:) Mein Rasierer lag ja im Auto. Aber ich war ja zu faul diesen daraus zu holen. Also musste es so funktionieren. Nachdem ich mir ein 2cm² Hautstück rausgeschnitten hatte, fühlte ich mich wie ein Döner den man schält. 10 Minuten und 2,4 Liter Blut später war ich fertig.
Nach einem leckeren Nutella Frühstück ging es los Richtung Schiersteiner Hafen. Die Sonne blinzelte uns bereits am Ende der Straße hämisch entgegen. Noch konnte man nicht spüren wie heiß der Tag werden würde  Noch kurz Christoph und Erik inkl. family abholen und weiter. In der Wechselzone angekommen, schnell das Rad von seiner Plane befreien und den Wechselplatz vorbereiten. Dann den Neo an und Badekappe auf........Badekappe. Wo ist wohl meine Kappe. Natürlich im Auto. Wie soll es auch anders sein. Ich bin dann schnell zu einer Helferin, und die ist mit mir eine neue holen gegangen. Das gestaltete sich allerdings etwas schwieriger als gedacht. Denn die grünen Badekappen waren ja ausschließlich für die Elite Athleten. Und so wurde ich auch erst überprüft ob ich auch genau der bin der ich sein sollte. Als es dann geklappt hat rannte ich schnell zu meinem Wechselplatz. Denn in genau 2 Minuten sollte die Wechselzone von unserer ersten Gruppe geräumt werden.

Das Rennen:
Es ist ca. 7.50 Uhr als ich über die Rampe in Richtung Hafenbecken gehe. Für einen kurzen Moment bleibe ich an der Kante stehen und schaue mir noch mal die Schwimmstrecke an. 950m geradeaus und dann auf der anderen Seite wieder zurück. Kurzes Stoßgebet und ab ins Wasser. Nach einem kurzen Einschwimmen platziere ich mich genau an der Leine. Allerdings relativ weit rechts um von dem "gekloppe" weg zu bleiben. Das hat auch super geklappt. Von Anfang an hatte ich einen ruhigen gleichmäßigen Schwimmstil den ich bis zum Schluß locker halten konnte. Ich bin zwar vielleicht 50m mehr geschwommen aber dafür hatte ich freie Bahn. Nach genau 30Min und 30Sek stieg ich aus dem Wasser. Ich war zwar 5 Minuten hinter den Profis aber immer noch so weit vorne das meine Patentante Gaby Tränen der Begeisterung in den Augen hatte :) Noch schnell meinen Eltern und Gaby zu winken und ab in die Wechselzone. Nach knapp 2,5 Minuten habe ich diese wieder mit Rad verlassen. Nun hieß es 90 km und 1500 Höhenmeter zu bewältigen. Bei km 10 überholte mich Yvonne van Vlerken die ich wie Ihr auf dem Foto seht später noch mal treffe. Aber dazu gleich.
Meine Taktik am heutigen Renntag war es beim schwimmen weg zu kommen um dann ein paar Minuten auf dem Rad Vorsprung auf Manni zu haben, der ebenfalls bei den Profis gestartet war. Wenn er mich dann eingeholt hat wollte ich ihm auf biegen und brechen folgen. Auf den ersten flachen 10 km flogen einige Athleten an mir vorbei. Nicht nur Yvonne! Aber ich nutzte die flache Strecke den Puls runter zu bekommen und einen PowerBar Riegel zu essen. Am ersten 8 km Anstieg blieb bereits der erste mit einer Reifen Panne liegen. Das machte mich natürlich wieder etwas nervös. Denn eine Reifenpanne auf dem Rad ist immer meine größte Angst. Aber es lief ja wie am Schnürchen. Nach 60 km lief ich wieder auf einige Athleten auf, die mich am Anfang so voller Übereifer überholt hatten. Manni war zum Glück immer noch nicht in Sicht. Die Menschen am Streckenrand waren genau wie letztes Jahr einfach klasse. Immer wieder stimmte ich Laolawellen an, die ganz spontan von den Zuschauern umgesetzt wurden. Besonders in Unter und Oberlippach ist die Stimmung auf der Radstrecke einfach geil. Kurz vor der 10% Rampe überholte ich noch Ina Reinders die sichtlich erschöpft war. Dann ging es nur noch wellenförmig in Richtung Wiesbaden. Als ich in der 2. Wechselzone ankam blieb die Uhr bei 2h 55min für den Radsplit stehen. Als ich meine Cep´s und meine Schuhe an hatte ging es los. Ich startete locker um nicht wie im letzten Jahr im letzten Drittel "wegzuplatzen". Und außerdem war ja immer noch Manni irgendwo in der Nähe. In der 2. Runde sah ich Rüdiger der mir immer zurief: "das sieht gut aus weiter so". Außerdem gab er mir den ungefähren Vorsprung zu Manni durch. Meine Eltern und Gaby feuerten mich jede Runde mit voller Kraft an. Genauso wie Werner und Doris die am anderen Ende standen. Das war echt klasse. In der dritten Runde begleitete ich noch Yvonne van Vlerken ca. 500m bis ins Ziel. Danach hatte ich aber leider noch eine Runde:) Die letzte Runde war echt hart. Vor allem weil Manni meinen Vorsprung auf 2 Minuten hat schrumpfen lassen. Aber dann kamen die letzten Kurven und ich sah Manni noch vor dem Wendepunkt und hab ihn abgeklatscht. Nach meinem Kopfstand im Ziel beendete ich den Halbmarathon in 1h38min und den Wettkampf in 5h 8min. Leider stehen die acht Minuten noch hinter den 5 Stunden. Aber aufgrund der 33Grad Lufttemperatur und meinem "lockeren" durchkommen in allen drei Disziplinen war ich doch sehr zufrieden. Na ja dann wollen wir nächstes Jahr mal schauen ob ich nach Frankfurt noch mal in Wiesbaden starten werde. Denn bis auf die Radrückgabe war es wieder mal perfekt organisiert.
Zum Schluß möchte ich mich noch bei den treuen Fan´s bedanken:) Danke an meine Eltern, Gaby Rüdiger und natürlich Doris und Werner

Unsere Zeiten:
Ich:          5:08:28
Manni:_    5:10:22
Christoph: 6:06:13
Hubert:     6:15:48
Anja :       6:47:41
Rita:         7:24:11

PS: Da haben anders als in Rapperswil mal die Jungen die Alten fertig gemacht :) Grinz!!!
      Was noch zu erwähnen ist:
      Rita ist Vize Europameisterin in ihrer AK und Anja und Manni starten in Florida.
Glückwunsch Freunde bis bald euer
Basti

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