ATHLETEN INFOS - Athletenberichte - Marc Fröhlich

Athletenbericht von Marc Fröhlich

Hallo zusammen!

Auch ich möchte hier meine persönlichen Erfahrungen vom diesjährigen Ironman 70.3 in Wiesbaden an andere Athleten weiter geben. Als erstes vorweg: Ich betreibe seit nunmehr 20 Jahren Ausdauersport und habe viele Wettkämpfe mitgemacht. Als gelernter Läufer habe ich in diesem Jahr meine erste Mitteldistanz hinter mich gebracht. Ich habe noch nie eine solch perfekt organisierte Veranstaltung erlebt. Meiner Meinung nach stimmte alles von A - Z. Von der Freundlichkeit der Helfer, über Verpflegung, Streckenführung, Zuschauer, Wetter (..o.k. das könnt` Ihr noch nicht beeinflussen...) bis hin zum Service in den Wechselzonen.

Nun, am 16.08.2009 sollte nun mein großer Tag sein. Nachdem ich seit 2 Jahren Triathlon betreibe und ich bislang lediglich Erfahrungen auf der Jedermann und Kurzdistanz sammeln konnte, wollte ich es mal mit dem 70.3 versuchen. Im Vorfeld habe ich erst einmal gar nicht so viel Respekt gehabt, da ich auf Grund meiner langjährigen Lauferfahrung (5000 und 10000 Meter in 15.44 bzw. 32.51 Minuten) gemeint habe, einen 70.3 locker bewältigen zu können. Was soll ich sagen? Das war wohl ein Trugschluß und ich sollte eines Besseren belehrt werden.

Nachdem ich mich circa 12 Wochen intensiv auf das Ereignis vorbereitet hatte und mir eine Muskelverletzungim Bereich des rechten Knies eingefangen hatte, fuhr ich am Samstag nach Wiesbaden und kam in der Jugendherberge unter. Auch hier stimmte alles und ich kann es nur jedem Teilnehmer empfehlen, in der Jugendherberge abzusteigen. Die JH in Wiesebaden ist sehr sauber und zweckmäßig und das Personal war sehr bemüht, den 70.3 Athleten entgegen zu kommen (z.B. durch die Vorverlegung des Frühstücks, u.a.).

Die Wettkampfbesprechung und der "check in" verliefen reibungslos und sehr gut organisiert. Den Rest des Samstags konnte man bei sonnigem Wetter in der Wiesbadener Innenstadt (...zum Beispiel auf dem Weinfest...) ausklingen lassen.

Als mich dann ins Bett begab, merkte ich dann doch ein leichtes Bauchkribbeln und die Anspannung stieg. Erste Zweifel kamen auf, ob der 70.3 nicht doch eine Nummer zu groß für mich sein könnte (...die Wettkampfbesprechung und hier insbesondere die Vorstellung der Radstrecke hatte mich schwer beeindruckt...).

Am nächsten Morgen als ich dann mit dem Shuttle Bus zum Schwimmstart gefahren wurde, stieg die Anspannung doch sehr an...aber es gab natürlich kein zurück...und das war auch gut so....!!!

Das Schwimmen lief für mich sehr durchwachsen, da ich mich wohl "aus Angst vor der eigenen Courage" ein bißchen zu weit hinten eingeordnet hatte und dann natürlich Probleme hatte, die doch zahlreich vertretenen Brustschwimmer zu überholen.

Auf der Radstrecke wird auf jeden Fall das gehalten, was der Veranstalter verspricht. Ich fand die Strecke sehr anspruchsvoll und die erste Steigung nach circa 10 Kiolmetern hat es in sich. Mein Tacho kann tatsächlich im Wettkampf 11,5 Km/h anzeigen...und das über ungefähr 7 Kilometer. Der Rest der Radstrecke, natürlich mit zahlreichen Anstiegen (...und rasanten Abfahrten) ist wunderschön und landschaftlich reizvoll.
Das war aber zweitrangig. Bei Kilometer 70 wartete der "Hammer" auf mich. Auch hier handelt es sich um einen echten "Klopper", der den Athleten einiges abverlangt. Jedoch "prügeln" die Zuschauer die Athleten den Berg hoch. Da kam zum ersten Mal "Gänsehautfeeling" auf. Ich fand danach den Anstieg zur "Platte" auch sehr anspruchsvoll, insbesondere weil man meint, ganz nah vor dem (Rad-) Ziel zu sein. Hier kann man dann letzten "Körner" auf dem Rad verschießen.

Schön war dann wieder die Abfahrt nach Wiesbaden und dort in die zweite Wechselzone. Auch hier eine perfekte Organisation. Der Wechsel verlief wie von selbst und dann, ja dann ging es auf die Laufstrecke...meiner Paradedisziplin!!!? Hier konnte ich dann am eigenen Körper erfahren, wie es sich anfühlt, wenn man sein Hauptaugenmerk im Training auf das Laufen legt. Ich hatte beim Radfahren wohl schon zu viel Energie verbraucht, so dass das Laufen für mich wider erwarten zu einem harten Stück Arbeit wurde. Ich bin kein Hitzeläufer und bei 34 Grad "glühten" dann alle meine Muskeln. Ich habe in meinem Sportlerleben noch nie so viel getrunken. Auch das Eiswürfel im Trikot so gut tun können, hätte ich nicht gedacht. Ich freute mich über jede der vier absolvierten Runden und sehnte jedes Bändchen, das mir über den rechten Arm gestreift wurde herbei.

Auch hier haben die Zuschauer einen wichtigen Anteil daran, dass die Athelten durchgehalten haben. Fremde Menschen feuerten mich an und ließen mich die Qualen des Wettkampfs sogar kurzzeitig vergessen. Mir fiel auf, dass sehr viele Athelten "wandern" mussten und teilweise komplette Pausen einlegen mussten. Dies blieb mir zum Glück erspart.....

Der Zieleinlauf war für mich ein tolles Erlebnis (...auch wenn auf meinem Zielfoto ein anderer Name auf der Anzeigentafel des Zielbogens zu lesen ist....). Ich wollte einmal über den Teppich laufen und die IM 70.3 Medaille mitsamt Finisher T-Shirt bekommen. Dies ist mir gelungen und irgendwie bin ich schon ein bißchen stolz auf mich. Auch wenn meine Zeit mit 6.16 Stunden für mich sehr dürftig ausgefallen ist. Ich hatte für mich im Vorfeld eine Zeit von 5.15 Stunden ausgerechnet.

Aber es war ja der IM 70.3 in Wiesbaden, der sehr wohl in die Kategorie der anspruchsvollen Mitteldistanzen einzuordnen ist.

Mein Fazi lautet: Versucht es, aber bereitet Euch sehr gut vor. Eine mangelnde und oberflächliche Vorbereitung muß wahrscheinlich bitter bezahlt werden....

Nochmals Dank an die Organisatoren und vor allem an die freiwilligen Helfer, ohne die das Event gar nicht erst möglich gewesen wäre...

"Glück auf" aus Oberhausen

Marc Fröhlich
(Nordtriathleten)

Legende:    Externer Link     Interner Link      Email      PDF-Dokument