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Erfahrungsbericht von Sebastian Sting
Ironman 70.3 Wiesbaden 10. August 2008
Es ist geschafft. Ich sitze zu Hause und schreibe diesen Bericht. Und das fast ohne ernsthafte Beschwerden:) Na fange ich aber mal von vorne an. Seit September 2007 bin ich nun mehr oder weniger Triathlet, und seit Anfang März 2008 trainiere ich geziehlt diese drei Sportarten. Das alles hat mich so fasziniert, das ich mich Anfang des Jahres für den Ironman 70.3 in Wiesbaden angemeldet habe, ohne zu wissen was da auf mich zukommt. Jetzt weiß ich es. Der schwerste sportliche Tag in meinem Leben. Noch nie habe ich mich so gequält. Man muss auch dazu sagen das ich mein erhofftes Trainingspensum durch insgesamt 8,5 Wochen Pause durch die zwei Bänderrisse nicht wirklich erreichen konnte. Jetzt aber genug gejammert, weiter gehts!
Nach dem ich am Samstag mein Rad in der Wechselzone eingecheckt habe, und mein Hotelzimmer bezogen hatte kamen auch schon Anja und Manni (Die aus dem Trainingscamp siehe Trainingsmomente) um noch einen tollen Abend mit mir zu verbringen. Wir waren erst noch auf der Ironman Expo und anschliesend lecker beim Italiener essen. Danach haben wir uns selbstverständlich noch ein kleines Eischen gegönnt. :) Als ich dann um elf Uhr im Bett war, konnte ich vor lauter Aufregung kaum schlafen, Mir gingen so viele Dinge durch den Kopf. Schließlich bin ich dann doch eingeschlafen, und beim nächsten Augenaufschlag war es schon Sonntag. Der Wecker klingelte um 5.30 Uhr, und ich began mich fertig zu machen für "MEINEN" großen Tag. Um 8.20 Uhr sollte es losgehen. Um halb acht habe ich mich noch mit den Andern vor der Wechselzone am Schiersteiner Hafen getroffen. Dort hat mir Anja noch meine Verpflegung gereicht und mir in den Anzug geholfen. Ich wurde sogar mir Autococpitspray eingesprüht, das der Anzug nach dem schwimmen besser vom Körper rutscht:) Ja es wird mit allen Tricks gearbeitet. Am Schwimmstart traf ich noch meine Eltern und Luke die gekommen waren um mich anzufeuern. Na da kann ja nichts mehr schief gehen! Wir haben 8.05 Uhr, das komplette Frauenfeld bewegt sich so langsam ins Wasser. Um 8.10 war Start und die Frauen düsten los. Endlich durften wir ins Wasser. Ich bin direkt bis an die Startlinie geschwommen um auch störungsfrei wegzukommen. Das hat auch sehr gut geklappt. Ich konnte meine Positon bis zur 950m Wendeboje halten und danach noch einen drauflegen und einige überholen. Als 19. in meiner Ak kam ich aus dem Wasser. Die Zeit die ich mir vorgenommen habe überschritt ich um 1 Sekunde. Also noch voll im Zeitplan. Ich rannte in die Wechselzone zu meinem Rad. Alles passte, der Anzug rutschte nur so von mir runter (Danke Anja:) und somit war der Wechsel nach knapp 2min 30 sec beendet. Der Puls war bei 189, also an meiner Obergrenze. Die ersten 10 km der Radstrecke nutzte ich um den Puls wieder etwas zu senken. Dann sollte der erste Berg kommen. 8 km Anstieg bis zur ersten Verpflegungsstation lagen vor mir. Nach 30 km hatte ich genau eine Stunde hinter mir, und so ging es auch weiter. Es lief super. Ich glaube bei km 30 habe ich das Netz aus meiner Aero Flasche verloren . Das war toll, denn so wurden die Beine und mein Rad bei jeder größeren Bodenwelle ordentlich gewaschen. Leider nicht nur mit Wasser. Das ich beim trampeln keine Fäden in den Kniekehlen gezogen hatte war ein Wunder. Die Zuschauer an der Strecke waren einfach geil. Ich weiß noch in einem Dorf standen so viele am Rand das ich einfach mal eine Laolawelle anstimmte. Der Hammer! Gänsehaut pur. Die Leute machten mit und jubelten, einfach toll. Somit war auch den letzten Berg hinaufgetragen worden, Nun warteten noch die letzten welligen zähen Kilometer bis Wiesbaden auf mich. Ich hatte keine Lust mehr Rad zu fahren. 1500 Höhenmeter und 90 km mit einem Schnitt über 30 km/h hatten trotz der tollen Kulisse ihre Spuren hinterlassen. Jetzt sollte es auf die Laufstrecke gehen. Die nette Frau im Wechselzelt reichte mir meine Cep Socks und meine Schuhe. Jetzt noch Kappe auf und los ging es. Ich lief locker an, und es ging einigermaßen. Doch ich spürte das der Halbmarathon heute nicht in 1,5h zu schaffen war. Sei es wegen dem wenigen Essen und trinken auf der Radstrecke oder wegen dem wenigen Lauftraining!? Ab km 8 wurde es etwas zäher und bei km 15 war der Ofen aus. Ich dachte mir hätte Jemand in die linke Kniekehle getreten. Aber das war ein Krampf. Erst die linke Wade dann die rechte, und weil das noch nicht genug war noch unter der Fußsohle. Es waren noch 6 km. Ich bin gelaufen wie auf Eiern. Ich habe noch nie solange für sechs km gebraucht. Aber ich musste ja ankommen egal wie. Hauptsache unter 5h 30 min. Und das hat dann auch geklappt. Ein letztes mal bei den Leuten bedankt und ab durchs Ziel bei 5h 27min 18sec. Herzlichen Glückwunsch an Boris, der die Sache in 5h schaffte. Respekt! Aber ich bin schon für 2009 gemeldet und da werden dann die 5 Stunden geknackt.
Also dann ihr lest spätestens beim Gückellauf oder bei Rad am Ring von mir.
Mein Dank an alle die mir das ermöglicht haben. Ich weiß ich höre mich an wie bei der Oscar Verleihung. Aber trotzdem. Danke an:Meine Eltern, Luke, Klaus, Rita, Rüdiger mit Sohn, an alle Vereinskameraden und natürlich an Anja und Manni ohne die das alles nicht so geklappt hätte.- Ich danke euch!
Bis dann euer Basti
Take it with a smile (den Spruch habe ich auf einer Kotztüte auf dem Flug nach Ägypten gefunden):)


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